Noch ist es nicht zu spät für einen Ausblick auf das Jahr 2007 aus volkswirtschaftlicher und konjunktureller Sicht.
Im Jahr 2006 hatte die US-Konjunktur mit einigen negativen Einflüssen zu kämpfen (Ölpreisrekord im Juli und der schwache Immobilienmarkt). Trotzdem lag das Wachstum bei knapp 3,5%.
Die Konjunktur in den USA wird sich meines Erachtens erheblich besser entwickeln als viele Experten erwarten.
Der Immobilienmarkt, den viele für den Sargnagel der amerikanischen Konsumenten gehalten hatten, hat gedreht. Die Verkäufe von neuen oder bestehenden Häusern hatten ihren ‘Tiefpunkt erreicht und steigen seit einigen Monaten wieder an. Trotzdem haben die Neubauten noch nicht nach oben gedreht. Deswegen wird die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser erheblich zurückgehen und dies stabilisiert die
Preise. Und in wenigen Monaten werden dann auch wieder mehr Häuser gebaut. Somit wird dann ab dem zweiten Quartal der Wohnungsbau wieder positiv zum Wachstum beitragen.
Auch das verarbeitende Gewerbe scheint die Schwäche überwunden zu haben. Zwar ist der ISM-Index auf 49,3 ‘Punkte gefallen, dies aber nur weil die LAgerhaltung auf unter 40 abgestürzt ist. Aber genau das ist das Argument für den Turnaround. Aktuell werden die Läger ausgekehrt (der private Konsum hilft kräftig mit) und dies führt bald wieder zu steigender Industrieproduktion. Der Turnaround am Immobilienmarkt hilft dann in wenigen Monaten auch noch.
Der private konsum wird vom gut laufenden Arbeitsmarkt und den damit steigenden Löhnen unterstützt. Solange der Ölpreis nicht wieder massiv ansteigt sollte der reale Konsum um mindestens 3% wachsen.
Bleiben noch die Investitionen. Die waren im 4.Quartal schwach. Den viele Unternehmen glaubten zum Anfang des Quartals, dass die Wirtschaft sich kräftig abschwächen wird. Aber das war bekanntlich ein Trugschluss weswegen die Investitionstätigkeit bald wieder kräftig anspringen wird.
Weiterhin steigen die Gewinne und die Aktienkurse weiter und die Zinsen und Creditspreads sind niedrig.
Der angespannte Arbeitsmarkt wird zu höheren Löhnen und die letztendlich zu einer höheren Inflation führen.
Prognose:
Ich erwarte ein Wachstum von knapp 4% und eine Kerninflationsrate von 3%.
Die Fed wird die Zinsen wie viele( zumindest am Aktienmarkt) immer noch glauben nicht etwa senken, sondern erhöhen.
Februar 28, 2007 um 9:35
Na, beim amerikanischen Immobilienmarkt liegen Sie gewaltig daneben. Die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser berücksichtigt die bei 50% liegenden Cancelations nicht. Außerdem sollen wohl sehr viele zum Verkauf stehende Häuser nicht gelistet sein und darauf warten, dass der Markt sich bessert, eine riesige „stille Reserve“. Der Median der Preise fängt gerade erst an zu fallen, kein Wunder, da die Foreclosures auf Rekordniveau sind. Und sehr viele ARMs resetten 2007 und 2008. Die lending standards werden wieder verschärft, der subprime market trocknet förmlich aus.
Nicht zu vergessen die inverse Zinskurve. Zum Jahresende werden die USA eine Rezession haben.