Prognosen 2007

Februar 12, 2007

So, nachdem wir geklärt haben was die Wirtschaft macht, ist es ja ein leichtes die Märkte zu prognostizieren.

Zentralbanken:

EZB: über 4%

Fed: über 5,5%

ja, das heisst es gibt Zinserhöhungen

10-jährige Zinsen:

Europa: 4,5% (im Jahresverlauf auch drüber)

USA: 5,25% ( dito)

kann schneller gehen als viele in in ihren schlimmsten träumen erwarten.

Aktien:

DAX: 7200

Dow: 13000

Aber die 6000 sehen wir auch noch dieses Jahr. Kann auch schneller gehen als viele befürchten.

VWL Ausblick 2007: Europa

Februar 12, 2007

Morgen kommen die Deutschen GDP Zahlen für das 4.Quartal 2007. Man rechnet mit über 3% Wachstum. Dies wird wegen der Mehrwertsteuererhöhung in 2007 nicht ganz erreichbar sein, aber mehr als 2% Wachstum in Deutschland und Europa sind locker drin.

Warum ?

Die Exportkonjunktur läuft weiter gut, da die Weltkonjunktur kräftig wächst werdne wegen der stark ausgelasteten Kapazitäten weltweit Investitionsgüter verstärkt nachgefragt. Und diese produzieren wir.

Die Investitionsgüterkonjunktur ist ebenfalls angesprungen. Die Gewinne sprudeln, die Aussichten sind gut, die Kapazitäten ausgelastet, also muss investiert werden. Und von Überinvestitionen noch lange keine Spur.

Und konsumiert wird auch wieder mehr. Die Al-Quote wird weiter zurückgehen, die Löhne werden steigen ( aber nicht so sehr, dass die Konjunktur gleich wieder kippt) und das bietet die Grundlage für mehr Konsum.

 Die Inflation liegt noch bei 1,6% (Kernrate), aber wegen steigender Löhne und ausgrlasteter Kapazitäten wird diese ansteigen. auf über 2%. Das gefällt der EZB nicht und dabei ist es unerheblich, ob wegen des Ölpreis die Inflationsrate auch mal unter 2% fällt.

Deswegen wird die EZB die Zinsen weiter erhöhen, wobei bei 4% noch nicht Schluss sein wird.

VWL-Ausblick 2007: USA

Februar 11, 2007

Noch ist es nicht zu spät für einen Ausblick auf das Jahr 2007 aus volkswirtschaftlicher und konjunktureller Sicht.

Im Jahr 2006 hatte die US-Konjunktur mit einigen negativen Einflüssen zu kämpfen (Ölpreisrekord im Juli und der schwache Immobilienmarkt). Trotzdem lag das Wachstum bei knapp 3,5%.

Die Konjunktur in den USA wird sich meines Erachtens erheblich besser entwickeln als viele Experten erwarten. 

Der Immobilienmarkt, den viele für den Sargnagel der amerikanischen Konsumenten  gehalten hatten, hat gedreht. Die Verkäufe von neuen oder bestehenden Häusern hatten ihren ‘Tiefpunkt erreicht und steigen seit einigen Monaten wieder an. Trotzdem haben die Neubauten noch nicht nach oben gedreht. Deswegen wird die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser erheblich zurückgehen und dies stabilisiert die
Preise. Und in wenigen Monaten werden dann auch wieder mehr Häuser gebaut. Somit wird dann ab dem zweiten Quartal der Wohnungsbau wieder positiv zum Wachstum beitragen.

Auch das verarbeitende Gewerbe scheint die Schwäche überwunden zu haben. Zwar ist der ISM-Index auf 49,3 ‘Punkte gefallen, dies aber nur weil die LAgerhaltung auf unter 40 abgestürzt ist. Aber genau das ist das Argument für den Turnaround. Aktuell werden die Läger ausgekehrt (der private Konsum hilft kräftig mit) und dies führt bald wieder zu steigender Industrieproduktion. Der Turnaround am Immobilienmarkt hilft dann in wenigen Monaten auch noch.

Der private konsum wird vom gut laufenden Arbeitsmarkt und den damit steigenden Löhnen unterstützt. Solange der Ölpreis nicht wieder massiv ansteigt sollte der reale Konsum um mindestens 3% wachsen.

 Bleiben noch die Investitionen. Die waren im 4.Quartal schwach. Den viele Unternehmen glaubten zum Anfang des Quartals, dass die Wirtschaft sich kräftig abschwächen wird. Aber das war bekanntlich ein Trugschluss weswegen die Investitionstätigkeit bald wieder kräftig anspringen wird.

Weiterhin steigen die Gewinne und die Aktienkurse weiter  und die Zinsen und Creditspreads sind niedrig.

Der angespannte Arbeitsmarkt wird zu höheren Löhnen und die letztendlich zu einer höheren Inflation führen.

Prognose:

Ich erwarte ein Wachstum von knapp 4% und eine Kerninflationsrate von  3%.

Die Fed wird die Zinsen wie viele( zumindest am Aktienmarkt) immer noch glauben nicht etwa senken, sondern erhöhen.

Bonuszertifikate

November 26, 2006

Zertifikate sind aktuell der absolute Hit. Jeden Tag werden hunderte der unterschiedlichsten Zertifikate (Bonus-Zertifikate, Express-Zertifikate, Clique, Locker …) auf den Markt gebracht. Die Ausgestaltungen dieser Zertifikate sind meistens sehr komplex. Der Investor ist nicht in der Lage das Produkt nur annähernd zu verstehen. Somit haben wir ganz klar eine Situation von asymmetrischen Informationen. Es liegt also der Verdacht nahe, dass wie immer in solchen Fällen die Käufer solcher Bonuszertifikate kein gutes Geschäft machen. Es lässt sich vermuten, dass aufgrund der Komplexität und Intransparenz dieser Produkte einiges an Gebühren in dem Produkt versteckt werden. Da wir nicht einfach irgendwas behauptet wird, werde ich mal versuchen ein solches Zertifikat zu analysieren und transparent zu machen.

 

 

Grundlegende Funktionsweise eines Bonuszertifikates

Laufzeit: 4 Jahre

Basiswert: Aktie xyz

Aktueller Aktienkurs: 100

Bonuslevel: 120

Sicherheitslevel: 80

 

Na das klingt doch gut, ein Bonus- und ein Sicherheitslevel.  Aber was heißt das jetzt genau?

 

 

Bei Fälligkeit ergeben sich folgende Fälle

 

Fall 1: (Sicherheitslevel gerissen)

Ist der Aktienkurs einmal während der Laufzeit unter den Sicherheitslevel von 80 gefallen, erhält man genau den Aktienkurs am Laufzeitende ausbezahlt. Liegt der Aktienkurs zum Beispiel am Laufzeitende bei 60, so erhält man 60 zurück. Liegt er am Laufzeitende bei 90, war aber einmal unter 80 gefallen, so bekommt man 90.

Fall 2: (Bonuslevel gerissen)

Liegt der Aktienkurs am Ende der Laufzeit (nur am ende der Laufzeit, nicht einmal während der Laufzeit wie beim Sicherheitslevel)  über dem Bonuslevel von 120, dann bekommt man auch genau den Aktienkurs ausgezahlt. Liegt der Aktienkurs am Laufzeitende bei 140, so bekommt man 140 ausbezahlt.

Fall 3: (beide Levels intakt)

Liegt der Kurs am Laufzeitende unter dem Bonuslevel von 120 und ist niemals unter den Sicherheitslevel von 80 gefallen, dann erhält man den Bonuslevel. Liegt der Aktenkurs also nach 4 Jahren immer noch bei 100 und ist niemals unter 80 gefallen, so erhält man also 120 zurück.

Zwischenfazit:

 

Na das sieht doch auf den ersten Blick ganz gut aus. Im Fall 1 und 2 steht man genauso da als hätte man die Aktie gekauft und im Fall 3 sogar erheblich besser. Aber halt, so einfach ist es nicht. Normalerweise bekommt man ja eine Dividende, wenn man Aktien besitzt. Die gibt es hier offenbar nicht.

 

Wir haben also folgenden Trade-off:

Der Investor verzichtet auf die Dividende erhält aber im Fall 3 (Aktienkurs zur Fälligkeit unter Bonuslevel, aber über Sicherheitslevel), den Bonuslevel ausgezahlt, der in diesem Fall über dem aktuellen Kurs liegt.

Es gilt also abzuwägen wie hoch der Vorteil von Fall 3 im Vergleich zur Aufgabe der Dividende ist. Das hängt natürlich von der konkreten Ausgestaltung ab.

 

 

Betrachten wir ein aktuelles konkretes Beispiel:

 

Basiswert: BASF Aktie

Laufzeit: 3 Jahre 10 Monate

Aktueller Kurs Bonuszertifikat: 70

Aktueller Kurs BASF: 70

Sicherheitslevel: 49

Bonuslevel: 89

Dividende: 3%

Aktueller Zins: 4%

Volatilität: ca. 20%

 

 

Unter den üblichen Annahmen der Finanzmathematik kommt man auf folgende Ergebnisse:

 

Für die einzelnen Fälle ergeben sich folgende Eintrittswahrscheinlichkeiten:

Fall 1 (Unterschreitung des Sicherheitslevels):               37%

Fall 2 (Überschreiten des Bonuslevels):                        23%

Fall 3 (Beides Levels intakt):                                        40%

In Fall 1 und 2 (60% Wahrscheinlichkeit) hat der Käufer den gleichen Rückzahlungskurs wie beim Erwerb der Aktie, muss aber auf 4 Dividendenzahlungen von insgesamt ca. 8 Euro oder etwa 12% verzichten. 8 Euro Verlust relativ zur Aktienanlage

Im Fall 3 sieht es besser aus. Hier bekommt der Käufer 89 Euro. Abzüglich der 8 Euro entgangener Dividende ist man damit in allen Fällen besser als der Aktionär dran, wenn der Aktienkurs unter 81 Euro am Laufzeitende liegt. Freilich ohne irgendwann mal den Sicherheitslevel verletzt zu haben.

 

Der Fair Value dieses Bonuszertifikates liegt nach meinen Berechnungen bei ca. 67 und nicht bei 70.

 

Kein gutes Geschäft…

Der Blog

November 26, 2006

In diesem Blog sollen auch Sicht eines „Experten“ Entwicklungen an den Finanzmärkten, in der Volkswirtschaft, aber auch Produkte, Trends und so manche Skuriles aus dem Bereich der Finanzen und drum herum beleuchtet und vielleicht auch diskutiert werden.

 

Das Ziel dieses Blogs ist es natürlich zuallererst sich mitzuteilen. Die eigenen Gedanken, Meinungen und Ideen „unter die Leute“ zu bringen. Dieser Blogg existiert aber nicht aus Selbstzweck, weil ich vielleicht nicht genug zu tun habe oder mir sonst keiner zuhört. Sondern es interessiert mich, ob diese Themen oder meine Gedanken, Meinungen und Ideen mit denen ich mein halbes Leben beschäftigte im Internet auf eine hinreichende Resonanz treffen. Es ist für mich interessant zu erfahren, wie andere Leute zu diesen Themen stehen.

 

Für mich sind die letzten Jahre in gewisser Weise ernüchternd gewesen. Die Vorstellung des rational denkenden Marktteilnehmers, wie man es an der Uni lernt, ist ein Trugbild. Die Finanzmärkte sind von Panik, Gier und Herdentrieb bestimmt. Damit sind sogar weniger die Privatanleger gemeint, die sich sogar noch am vernünftigsten verhalten, sondern hauptsächlich die großen Kapitalsammelstellen, die z.B. den Herdentrieb durch gewisse Anlagestrategien und „Risikomanagement“ perfekt organisiert haben. Aber dazu bestimmt später mehr.

 

Ernüchternd ist aber auch ein Blick auf die Produkte, die Privatanlegern oder auch institutionelle Anlegern angeboten werden. Kein Autofahrer würde auf die Idee kommen, genau dann Gas zu geben, wenn hinter ihm die Strasse frei ist, ohne aber einen Blick nach vorne geworfen zu haben. In der Finanzwelt ist das aber die Standardvorgehensweise. Backtesting das Zauberwort. Es werden Produkte angeboten, die, wenn man sie vor einiger Zeit gekauft hätte, ganz besonders toll performed hätten. Wenn eine Strategie, die letzten Jahre perfekt geklappt hatte, dann muss das doch auch die nächsten Jahre klappen. Nein, nicht ??? Aber bitte. Sie werden doch wohl nichts kaufen wollen, was die letzten Jahre eine schlechte Performance gebracht hätte. Oder doch ? Denken sie mal darüber nach.

 

Was sie auf jeden Fall hier nicht lesen werden sind Aktientipps, Kursraketen oder gar Diskussionen über Aktien wie DeBeira Goldmines oder irgendwelche kurzfristigen Trading-Signale.

 

Auch ein primitives Banken-Bashing („Alles Mist und die verdienen zu viel“) gibt es nicht, wohl aber eine kritische Auseinandersetzung.

 

 

P.S.: und von Layout habe ich schon mal gar keine Ahnung. Aber mit etwas Learning-by-doing wirds vielleicht besser.

 

 

Angenehm Finanzexperte

November 26, 2006

Zu meiner Person:

Männlich, im besten Alter, aber nicht mehr zu haben

2 Diplome in Mathematik und Wirtschaftswissenschaften (soll in dem Metier hilfreich sein)

Chartered Financial Analyst

Einige Jahre Erfahrung bei einem großen Institutionellen Investor

Einige Jahre Erfahrung bei einer Asset Management Gesellschaft

 

 

Da könnte ich doch als Experte auf Probe für die Sache doch mal durchgehen.

Hello world!

November 4, 2006

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